Hohe Nutzungsdauer: Ein fester Bestandteil des Tages
YouTube ist kein „Snacking-Medium“ für zwischendurch mehr. Im Durchschnitt verbringen Schweizer:innen werktags 41 Minuten und an Wochenenden sogar 50 Minuten auf der Plattform. Diese hohen Werte zeigen, dass YouTube für viele Nutzer:innen das klassische Fernsehen als Hauptunterhaltungs- und Informationsquelle abgelöst hat. Für die Mediaplanung bedeutet das: YouTube braucht eine ebenso strategische Budgetierung wie das klassische TV.
Junges Publikum dominiert: Die Herausforderung der Aufmerksamkeit
Die Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen weist die höchste Nutzungsintensität auf. Gleichzeitig ist dies jedoch die Zielgruppe, die am stärksten zu Multitasking und „Second Screening“ neigt. Während die Nutzung mit steigendem Alter signifikant abnimmt, steigt dort oft die Exklusivität der Aufmerksamkeit. Wer Junge erreichen will, muss noch präziser auf den Kontext achten, um nicht im Hintergrundrauschen unterzugehen.
Peak am Nachmittag: Die neue Prime Time
Ein überraschendes Detail: Die stärkste Nutzung findet an Werktagen wie auch am Wochenende bereits am Nachmittag zwischen 14:00 und 17:00 Uhr statt. In diesem Zeitfenster wird YouTube aus unterschiedlichen Motiven genutzt – von gezielter Informationssuche und dem Vertiefen von Themen bis hin zu Unterhaltung und Ablenkung. Damit vereint die Plattform in dieser Phase sowohl aufmerksame als auch weniger fokussierte Nutzungssituationen. Für Marken ergibt sich daraus ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bietet der Nachmittag ein hohes Reichweitenpotenzial, andererseits steigt gleichzeitig das Risiko, im Hintergrundrauschen unterzugehen. Entscheidend ist daher, in welchen Nutzungssituationen Kontakte entstehen.
Der Device-Check: Warum das Smartphone das Herz der Aufmerksamkeit bleibt
Oft wird Connected TV (CTV) als der heilige Gral der Werbequalität gefeiert. Unsere Daten zeigen jedoch ein differenzierteres Bild: Während der grosse Bildschirm zwar wächst, finden die aufmerksamkeitsstärksten Momente weiterhin primär auf dem Smartphone und dem Desktop statt. Hier sind die Nutzer:innen am aktivsten und am fokussiertesten – und damit am empfänglichsten für Botschaften.