In der klassischen Suchmaschinenwerbung wird die Absicht eines Menschen häufig über konkrete Suchanfragen und weitere Signale abgeleitet. In ChatGPT beschreiben Nutzer:innen dagegen ganze Situationen und Ausgangslagen: ihr Ziel, ihr Budget, ihre Anforderungen und die Einschränkungen, die für ihre Entscheidung relevant sind.
Für Werbetreibende ist damit nicht mehr nur wichtig, wonach jemand sucht, sondern auch warum, in welcher Situation und mit welchen Anforderungen. Eine Anzeige muss nicht mehr nur zu einem Suchbegriff passen. Sie muss für die konkrete Situation hilfreich sein und im richtigen Moment einen sinnvollen nächsten Schritt anbieten.
Der vielleicht grösste Unterschied zu klassischer Search-Werbung liegt darin, wie Nutzer:innen ihre Absicht ausdrücken – und welche Signale für die Anzeigenauswahl relevant sind.
Wer heute bei Google nach einer Autoversicherung sucht, verwendet möglicherweise Suchbegriffe wie «Autoversicherung Schweiz», «Vollkasko Elektroauto» oder «Autoversicherung vergleichen».
In ChatGPT kann dieselbe Suche wesentlich ausführlicher aussehen:
«Ich kaufe mein erstes Elektroauto für rund CHF 45’000, fahre etwa 15’000 Kilometer im Jahr und möchte Vollkasko. Mir sind ein guter Schutz bei Parkschäden und eine unkomplizierte Schadenabwicklung wichtig. Welche Versicherung könnte zu mir passen?»
Für Werbetreibende macht das einen grossen Unterschied. Denn hinter dieser Anfrage stecken nicht nur einzelne Begriffe, sondern eine ganze Entscheidungssituation: Fahrzeugtyp, Budget, Nutzung, gewünschter Versicherungsschutz und konkrete Anforderungen.
Genau hier setzt die Werbelogik von ChatGPT Ads an. OpenAI berücksichtigt bei der Auswahl einer Anzeige unter anderem Kontext und Absicht der aktuellen Unterhaltung sowie Informationen aus Anzeige und Landingpage.
Hinzu kommen sogenannte Context Hints. Werbetreibende können damit für eine thematisch gebündelte Anzeigengruppe (Ad Group) zusätzliche Informationen dazu hinterlegen, was ein Angebot bietet, für wen es relevant ist und in welchen Situationen es einen Mehrwert schaffen kann. Context Hints funktionieren dabei nicht wie Exact-Match-Keywords oder feste Targeting-Regeln, sondern liefern dem System zusätzlichen Kontext für die Beurteilung der Relevanz.
Entscheidend ist damit nicht allein, ob ein bestimmtes Keyword vorkommt, sondern ob das beworbene Produkt oder die Dienstleistung gemäss den verfügbaren Signalen zum erkennbaren Bedarf und zur jeweiligen Situation passt.
Für Unternehmen wird deshalb wichtiger, sehr genau zu verstehen: Was verkaufen wir eigentlich? Für wen ist unser Angebot besonders relevant? In welchen Situationen entsteht der Bedarf? Welche Fragen stellen potenzielle Kund:innen? Und wie beschreiben sie ihr Problem oder ihre Anforderungen?
Je präziser Unternehmen diese Zusammenhänge kennen und beschreiben können, desto besser können sie die Voraussetzungen dafür schaffen, in einem relevanten Dialog überhaupt berücksichtigt zu werden.
Keywords bleiben damit ein relevantes Signal. Entscheidend wird zunehmend aber auch, in welchem Kontext ein Bedürfnis entsteht und wie Nutzer:innen ihre Absicht im Gespräch ausdrücken.


